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Willkommen im Globalen Dorf / 71 Das Feld Des Wandels |
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<- Sendung 70 Biosphäre ˧ /Vorüberlegungen (inkl. Kritik an "Rechten der Natur") /Konzept ˧ ˧
Liebe Hörerinnen und Hörer, willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Willkommen im Globalen Dorf“. Wir schreiben den September 2026, dies ist die 71. Sendung und sie kommt wie fast immer aus Bad Radkersburg. ˧
In unserer letzten Sendung haben wir uns mit einem Begriff beschäftigt, der zunächst ganz selbstverständlich klingt und bei genauerem Hinsehen weitreichende Konsequenzen hat: mit der Biosphäre. Das Konzept Wir haben gesehen: Die Biosphäre ist nicht einfach die Natur, die uns umgibt, nicht einfach "Umwelt". Sie ist jener ungeheuer komplexe Zusammenhang lebendiger Prozesse, innerhalb dessen auch wir Menschen existieren. Unsere Landwirtschaft, unsere Dörfer und Städte, unsere Wirtschaft, unsere Technik – unsere gesamte menschliche Gesellschaft und physische Existenz – sind in ihn eingebettet und sind Teil davon. Es sind miteinander verbundene, aufeinander einwirkende Systeme, beruhend auf dem Grundsatz, dass Menschen und Ökosysteme gemeinsam gedeihen können – nicht durch Trennung, sondern durch kooperative und regenerative Nutzung. DAs letzte Mal haben wir diesen gedanken an sein logisches Ende geführt, denn die Biosphäre verlangt nach einem anderen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem: kooperativ und Regenerativ. ˧ Eine Bioregion ist dabei nichts anderes als die sich selbst bewusste und geographisch-politische organisierte Biosphäre auf der Grundlage großer Ökosysteme, als solche wahrscheinlich auch die kommende Organisationsform menschlicher Gesellschaft. ˧ Und daraus ergab sich eine unbequeme Konsequenz. Einerseits wissen wir, dass regenerative, kooperative und lokal eingebettete Formen des Wirtschaftens und Lebens dringend gefördert werden müssen. ˧
Wenn unsere gegenwärtige Wirtschafts- und Lebensweise die Regenerationsfähigkeit jener lebendigen Systeme beschädigt, von denen sie selbst abhängt, dann genügt es nicht mehr, die Schäden ein wenig zu reduzieren oder im Sinn der Nachhaltigkeit Aber damit stellt sich sofort die nächste Frage: ˧ Wie kommen wir dort hin? ˧ Wie entsteht eigentlich die so dringend benötigte andere Wirtschafts- und Lebensweise? Wer bringt sie hervor? Und wo geschieht das? Und warum haben wir sie nicht schon längst? ˧ Genau darum soll es heute gehen. ˧ Beginnen möchte ich mit einer Untersuchung aus Großbritannien, die mich in den letzten Wochen ziemlich beschäftigt hat. ˧
Im Jahr 2024 hatte die britische Joseph Rowntree Foundation das sogenannte Onion Collective mit einer ungewöhnlichen Forschungsarbeit beauftragt. ˧ Die Forscherinnen stellten eine einfache Frage: ˧ Wer arbeitet in Großbritannien heute schon tatsächlich praktisch an einer anderen, regererativen Zukunft? ˧ Nicht: Wer fordert eine andere Zukunft? Wer schreibt darüber? Wer hat ein politisches Programm dafür? ˧ Sondern: Wer versucht tatsächlich, neue gesellschaftliche Formen hervorzubringen – andere Formen des Wirtschaftens, des Zusammenlebens, des Umgangs mit Land, des Lernens, der Versorgung, des Eigentums, der Zusammenarbeit? ˧ Und als sie dieses Feld kartierten, machten sie eine erstaunliche Entdeckung. denn es waren viel mehr Projekte als erwartet. Regenerative Landwirtschaft, Energiegenossenschaften, Repair-Kultur, solidarische Ökonomie, neue Bildungsformen, regionale Kreisläufe, Bürgerenergie, Ökodörfer, Fab Labs, Projekte für gemeinschaftliches Wohnen, Renaturierungsprojekte und vieles mehr. ˧ In ihrer Netzwerkkarte tauchten mehr als tausend Organisationen unmittelbar auf. Aus den Beziehungen und Daten dieser Kartierung schätzten die Forscherinnen, dass allein in Großbritannien ungefähr zweitausend Organisationen zu diesem weiteren Feld gehören könnten. ˧ Zweitausend. ˧ Und sie lassen sich kaum unter einen gemeinsamen Oberbegriff bringen. ˧
Da werden neue Wirtschaftsformen entwickelt, gemeinschaftliche Eigentumsformen erprobt, lokale Ernährungssysteme aufgebaut, neue Lernorte geschaffen. Die Arbeitsfelder erstrecken sich von Humusaufbau und Bodengesundheit, den Aufbau von Gemeingütern, gemeinschaftlichen Infrastrukturen und sonstigen Commons Das Onion Collective nennt sie „alternative futures practitioners“. ˧ Vielleicht könnte man etwas frei übersetzen: ˧ Menschen und Organisationen, die alternative Zukünfte praktisch erproben. ˧
Wir sind gewohnt, Zukunft als etwas zu betrachten, das noch nicht existiert. Wissenschaftler, Politiker, Unternehmer oder Zukunftsforscher denken darüber nach, entwickeln Strategien – und irgendwann soll diese Zukunft umgesetzt werden. ˧ Aber vielleicht entsteht gesellschaftliche Zukunft ganz anders. ˧ Vielleicht wächst sie längst mitten in der Gegenwart. ˧ In Werkstätten und auf Bauernhöfen, in Genossenschaften und Schulen, in Stadtteilen und Dörfern, in Initiativen, von denen außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds kaum jemand gehört hat. ˧ Gesellschaftlicher Wandel beginnt oft nicht im Zentrum einer Gesellschaft. Er beginnt an ihren Rändern. ˧ Und plötzlich bekommt das Wort marginal eine doppelte Bedeutung. ˧
Wir haben sehr viele. Ein richtig großes Feld. ˧ Doch dann kommt die zweite Entdeckung dieser Untersuchung. Und sie ist niederschmetternd: Dieses große Feld ist erstaunlich schwach. ˧ Viele dieser Organisationen leben von kleinen Förderungen, manche praktisch von der Selbstausbeutung ihrer Mitglieder. Wissen und Erfahrung hängen oft an einzelnen Personen. Förderprogramme finanzieren ein Projekt für zwei oder drei Jahre – und wenn das Projekt endet, verschwindet in der Regel auch die Struktur, die dabei entstanden ist. ˧ Die Organisationen, die eine regenerative Gesellschaft hervorbringen wollen, haben also häufig Schwierigkeiten, sich selbst dauerhaft zu reproduzieren. ˧ Das ist ein bemerkenswerter Widerspruch. ˧ Da existieren tausende Keime einer anderen Wirtschafts- und Lebensweise. Sie verfügen über Wissen, Erfahrungen, soziale Beziehungen und Menschen, die seit Jahren ausprobieren, wie Dinge anders funktionieren könnten. ˧ Und trotzdem bleiben sie gesellschaftlich marginal. ˧ Warum? ˧ Wir sprechen ständig davon, dass wir Innovationen brauchen. ˧ Aber was wäre, wenn wir längst mehr gesellschaftliche Innovation besitzen, als wir nutzen können? ˧ Was wäre, wenn das eigentliche Problem nicht darin besteht, Neues hervorzubringen – sondern darin, dass das Neue keinen gesellschaftlichen Boden findet, auf dem es dauerhaft wachsen kann? ˧ Denn während diese Organisationen um Förderungen, Räume und manchmal schlicht um ihre Existenz kämpfen, besitzt die bestehende Gesellschaft etwas, worüber sie kaum verfügen: ˧ eine gewaltige Infrastruktur ihrer eigenen Fortsetzung. ˧
Banken wissen, was ein kreditwürdiges Unternehmen ist – Vereine, Gemeinschaften Jede dieser Institutionen besitzt also ihre eigene Rationalität. Gerade dadurch erzeugen sie gemeinsam eine Welt, in der das, was zwischen ihren Zuständigkeiten, Bilanzen und Kategorien liegt, systematisch aus dem Blick gerät. ˧ Diese institutionellen Logiken stehen nicht einfach nebeneinander. Sie greifen ineinander und bestätigen sich gegenseitig. ˧ Was die Bank für kreditwürdig hält, kann leichter zum Unternehmen werden. Was Unternehmen rentabel produzieren können, findet leichter einen Markt. Was am Markt erfolgreich ist, schafft Arbeitsplätze und Steuereinnahmen und wird damit auch für Gemeinden und Politik relevant. Dafür entstehen Ausbildungswege, Berufsbilder und wissenschaftliche Forschung. Und was sich auf diese Weise dauerhaft etabliert hat, erscheint irgendwann schlicht als - die Realität. ˧ Und jeden Morgen setzen Millionen Menschen diese Strukturen wieder in Gang. ˧ Niemand muss ihnen sagen: ˧ „Bitte sorgt dafür, dass morgen ungefähr dieselbe Gesellschaft existiert wie heute.“ ˧ Wir alle stellen sie automatisch jeden Tag aufs Neue her. ˧ Das Bestehende ist also nicht einfach eine Sammlung alter Ideen. Es ist ein hoch entwickeltes Geflecht aus Institutionen, Regeln, Geldströmen, Eigentumsformen, Infrastrukturen, Berufsbildern, Gewohnheiten und Erwartungen. ˧ Die Zukunft kämpft nicht einfach gegen falsche Vorstellungen. ˧ Sie trifft auf eine Gegenwart, die außerordentlich gut darin ist, sich selbst zu reproduzieren. ˧ Für diesen Zusammenhang möchte ich heute einen Begriff vorschlagen: ˧ das Beharrungsfeld. ˧ Nicht weil darin lauter Menschen sitzen würden, die Veränderung verhindern wollen. Auch im Beharrungsfeld arbeiten unzählige Menschen, die sehr wohl sehen, dass sich etwas ändern muss. ˧ Aber die Institutionen, in denen sie handeln, sind zunächst einmal dafür geschaffen, bestimmte gesellschaftliche Funktionen zuverlässig fortzuführen. ˧ Geld fließt dorthin, wo bereits Strukturen existieren. Wissen entwickelt sich dort, wo gesellschaftliche Nachfrage besteht. Recht stabilisiert, was als legitimer Anspruch anerkannt ist. Infrastruktur erleichtert jene Tätigkeiten, für die sie gebaut wurde. Und weil diese Tätigkeiten dadurch einfacher und erfolgreicher werden, rechtfertigen sie wiederum genau diese Infrastruktur ˧ Das Beharrungsfeld muss also keineswegs jede Alternative verbieten. Meist genügt etwas viel Wirksameres: ˧ Es macht das Bestehende wahrscheinlich – und das Abweichende unwahrscheinlich. ˧
Wer ein gewöhnliches Unternehmen gründet, findet Banken, Rechtsformen, Steuerberatung, Ausbildungsberufe, Lieferketten und Märkte vor. Wer dagegen einen regionalen Kreislauf, ein Commons Das Neue beginnt deshalb nicht bei null. ˧ Es beginnt im Minus. ˧
Bevor wir uns dem Feld des Wandels zuwenden und die Frage stellen, on und wie es sich überhaupt als Feld konstituieren kann, sollten wir dieses Beharrungsfeld genauer untersuchen. ˧ Denn man könnte meinen, es bestünde einfach aus konservativen Menschen, aus Politikern, Konzernen, Lobbyisten oder Bürokraten, die keine Veränderung wollen. ˧ Aber so einfach ist es nicht. ˧ Die eigentliche Macht des Beharrungsfeldes zeigt sich gerade dort, wo fast alle Beteiligten wissen, dass sich etwas ändern müsste – und trotzdem etwas geschieht, das kaum jemand wirklich gewollt hat. ˧ Fast niemand steht morgens auf und sagt: ˧
"Heute möchte ich möglichst viel Kohlendioxid produzieren." Und trotzdem geschieht all das. ˧ Ich fahre mit dem Auto, weil der Bus nicht fährt. Der Landwirt intensiviert seine Produktion, weil er Maschinen und Kredite bezahlen muss. Die Gemeinde weist Bauland aus, weil sie Einwohner und Einnahmen braucht. Das Unternehmen muss wachsen, weil es unter Konkurrenzbedingungen steht. ˧ Jede einzelne Entscheidung kann nachvollziehbar sein. ˧ Und trotzdem kann das Resultat aller Entscheidungen zusammen irrational werden. ˧ Die ungeheure Erkenntnis, die unserer Intuition so stark widerspricht, ist: ˧ Gesellschaften tun Dinge, die niemand beschlossen hat. ˧ Das Beharrungsfeld ist also keine Gruppe von Menschen. ˧ Es ist ein System von Abhängigkeiten. ˧ Und genau darin liegt seine ungeheure – und manchmal unheimliche – Kraft. ˧ Ein Bürgermeister kann ökologisch denken und trotzdem ein Gewerbegebiet ausweisen. Eine Landwirtin kann ihren Boden lieben und trotzdem unter ökonomischem Druck Produktionsweisen anwenden, die ihn langfristig schädigen. Eine Regierung kann Frieden wollen und trotzdem in eine verhängnisvolle Dynamik gegenseitiger Aufrüstung geraten, in der jede Seite ihre nächsten Schritte mit denen der anderen begründet. ˧ Scheinbar vernünftiges Verhalten innerhalb einer bestimmten Situation kann gemeinsam ein vollkommen unvernünftiges Ergebnis hervorbringen. ˧ Und nun verstehen wir vielleicht besser, warum der so oft bemühte Satz ˧ „Die Politik muss endlich handeln!“ ˧ so häufig ins Leere läuft. ˧ Denn der Staat steht diesem Geflecht von Interessen nicht einfach als neutraler Problemlöser gegenüber. ˧ Er hat eine viel grundsätzlichere Funktion. ˧ In unserer Gesellschaft begegnen wir einander wesentlich als voneinander getrennte Subjekte: als Eigentümer, Unternehmer, Arbeitnehmer, Konsumenten, Grundeigentümer, Organisationen. Jeder verfolgt zunächst seine eigenen Zwecke. ˧ Aber gerade damit das möglich ist, braucht es eine gemeinsame Ordnung. ˧ Mein Eigentum muss gegenüber deinem Eigentum abgegrenzt werden. Verträge müssen gelten. Ansprüche müssen durchsetzbar sein. Die Freiheit des einen muss dort beschränkt werden, wo sie mit der Freiheit des anderen kollidiert. ˧ Die Freiheit der einzelnen Subjekte und die beschränkende Gewalt des Staates sind deshalb nicht einfach Gegensätze. Sie bedingen einander. ˧ Der Staat tritt als Vermittler zwischen Interessen auf, die ihm als bereits gegebene Interessen gegenüberstehen. ˧ Und genau hier könnte eine Grenze dieser Form von Politik liegen. ˧ Denn was geschieht, wenn unser eigentliches Problem gar nicht darin besteht, dass die vorhandenen Interessen schlecht ausgeglichen werden? ˧ Was, wenn die ökologische Krise gerade daraus entsteht, dass jeder Teil seine eigene Rationalität verfolgt – und der gemeinsame Lebenszusammenhang dabei niemandes eigentliche Sache ist? ˧ Dann genügt es nicht, die Ansprüche von Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus, Gemeinden und Wirtschaft immer raffinierter gegeneinander abzuwägen. ˧ Dann müssen die Beteiligten ihren gemeinsamen Lebenszusammenhang selbst zum Gegenstand ihres Handelns machen können. ˧ Und das ist etwas grundsätzlich anderes als Interessenausgleich. ˧ Es bedeutet, nicht nur mit fertigen Forderungen an einen Tisch zu kommen, sondern gemeinsam herauszufinden, welche Möglichkeiten entstehen, wenn wir unsere jeweiligen Rollen wenigstens für einen Augenblick überschreiten. ˧
Genau hier beginnt der Unterschied zwischen Entscheiden und Entdecken. ˧ Politik vermittelt zwischen Interessen. Und das ist AUCH eine große zivilisatorische Errungenschaft. Frühere Gesellschaftssysteme unterschieden strikt zwischen Herrschenden und Unterworfenen, zwischen Menschen mit Rechten und Menschen, die als Sklaven, Leibeigene oder Hörige diesen Rechten unterworfen waren. ˧ Die moderne Gesellschaft dagegen erkennt uns grundsätzlich als gleiche Rechtssubjekte an. Aber sie begegnen einander eben auch als getrennte Träger unterschiedlicher und oft gegensätzlicher Interessen. ˧ Und genau deshalb wird das sogenannte Allgemeinwohl zu einer merkwürdig abstrakten Größe. ˧ Es wird ständig beschworen: Die Politik soll dem Allgemeinwohl dienen, Interessen ausgleichen und eine Lösung finden, die für die Gesellschaft als Ganze gut ist. ˧ Aber wo befindet sich dieses Ganze eigentlich? ˧ Der Unternehmer muss auf die Rentabilität seines Unternehmens achten. Der Arbeitnehmer auf sein Einkommen. Der Grundeigentümer auf sein Eigentum. Die Gemeinde auf ihr Budget. Der Naturschutz auf seine Schutzgüter. Jeder handelt innerhalb seiner gesellschaftlich vorgegebenen Rolle durchaus vernünftig. ˧ Das Allgemeinwohl besitzt in diesem Geflecht keinen eigenen gesellschaftlichen Ort. ˧ Es erscheint deshalb leicht als eine Art verhimmelte Forderung über den realen Gegensätzen: als Vorstellung eines gemeinsamen Guten, das der Staat irgendwie aus den widerstreitenden Einzelinteressen hervorzaubern soll. ˧ Natürlich können politische Entscheidungen Interessen begrenzen und Kompromisse herstellen. Aber ein Kompromiss ist noch kein gemeinsamer Lebenszusammenhang. Er verteilt Gewinne und Verluste zwischen Positionen, die im Wesentlichen bleiben, was sie vorher waren. ˧ Und er erzeugt eine weitere Dynamik: Die Staatsgewalt selbst wird zum Gegenstand des Interessenkampfes. Denn wenn der Staat darüber entscheidet, welche Interessen geschützt, begrenzt oder gefördert werden, wird es für jeden Akteur rational, möglichst großen Einfluss auf ihn zu gewinnen. Lobbying und Parteienkonkurrenz gehören dazu, im schlechteren Fall Klientelismus und Korruption. ˧ Darin liegt ein Paradox: Je mehr wir vom Staat erwarten, die widerstreitenden Interessen zum Allgemeinwohl zusammenzufügen, desto stärker kämpfen diese Interessen um Einfluss auf den Staat. ˧ Das ist kein endgültiges Argument gegen Politik oder Demokratie. Aber es ist ein Argument dagegen, gesellschaftliche Transformation mit der Eroberung politischer Entscheidungsmacht zu verwechseln. ˧ Wir müssen diesen Unterschied wahrnehmen lernen, der wie eine unsichtbare Grenze über unserem Leben liegt ˧
Denn was, wenn das Gemeinsame gar nicht als drüberstehendes über den Interessen gefunden werden kann? ˧ Was, wenn es erst zwischen den Beteiligten praktisch hervorgebracht werden muss? ˧ Dann wäre Allgemeinwohl nicht etwas, das eine höhere Instanz bereits kennt oder entscheidet und anschließend durchsetzt. ˧ Es wäre etwas, das entsteht, wenn Menschen ihren gemeinsamen Lebenszusammenhang selbst zum Gegenstand ihres Handelns machen. ˧ Und dann genügt der Kompromiss zwischen bestehenden Interessen nicht mehr. ˧ Denn der Kompromiss setzt voraus, dass die Interessen bereits feststehen. ˧ Was aber, wenn die eigentliche Lösung noch gar nicht existiert? ˧ Dann verändert sich die Aufgabe grundlegend. ˧ Dann geht es nicht mehr darum, zwischen bereits vorhandenen Interessen die gerechteste Grenze zu ziehen. Dann müssen wir fragen, ob sich die Tätigkeiten selbst so verändern lassen, dass neue Gemeinsamkeiten entstehen. ˧ Das ist mehr als eine Win-win-Situation. Denn dabei werden nicht bloß Vorteile verteilt. Die Beteiligten beginnen, ihre bisher getrennten Tätigkeiten auf einen gemeinsamen Lebenszusammenhang zu beziehen. ˧ Und plötzlich tauchen Fragen auf, die vorher gar niemand stellen konnte. ˧
Und genau das ist der Punkt. ˧ Sie können nicht einfach am Verhandlungstisch aus bereits bestehenden Interessen errechnet werden. Man muss ausprobieren, beobachten, Wissen zusammenbringen, neue wirtschaftliche Beziehungen entwickeln und aus den Folgen lernen. ˧ Eine solche Lösung muss erst entdeckt, entwickelt und angepasst werden. ˧ Vielleicht können wir deshalb den Unterschied noch schärfer formulieren: ˧
Transformation beginnt aber häufig davor. ˧ Dort, wo noch gar nicht klar ist, welche Möglichkeiten existieren. ˧ Man muss experimentieren, Menschen zusammenbringen, die normalerweise nicht miteinander arbeiten, Wissen verbinden, das institutionell getrennt ist, und zulassen, dass etwas entsteht, das keiner der Beteiligten fertig mitgebracht hat. ˧ Vielleicht wäre deshalb bei vielen Beteiligungsverfahren die wichtigere Frage nicht: ˧ Was wollt ihr? ˧ Sondern: ˧ Was könnten wir gemeinsam hervorbringen, das keiner von uns alleine hervorbringen kann? ˧ Transformation geschieht nicht unbedingt, wenn A den B besiegt. ˧ Auch nicht, wenn A und B sich genau in der Mitte treffen. ˧ Sondern möglicherweise dann, wenn aus ihrer Begegnung ein C entsteht, das vorher keiner von beiden kannte. ˧
Damit können wir das Beharrungsfeld noch genauer bestimmen. ˧ ˧ Es reproduziert nicht einfach die Vergangenheit. ˧ ˧ Es reproduziert die Kategorien der Gegenwart: ˧ ˧ Unternehmen und Konsumenten, Eigentümer und Arbeitnehmer, Naturschützer und Touristiker, Verwaltungen und Förderwerber, Stakeholder und Interessengruppen. ˧ ˧ Und innerhalb dieser Kategorien kann sich erstaunlich viel verändern. ˧ ˧ Autos werden elektrisch. Unternehmen erstellen Nachhaltigkeitsberichte. Städte werden smart. Banken bieten grüne Finanzprodukte an. ˧ ˧ Vieles davon kann sinnvoll sein. ˧ ˧ Aber es kann geschehen, ohne dass sich die grundlegenden Beziehungen unserer Gesellschaft verändern. ˧ ˧ Das Beharrungsfeld ist also keineswegs unbeweglich. ˧ ˧ Im Gegenteil: Es kann außerordentlich innovativ sein. ˧ ˧ Seine vielleicht wirksamste Form lautet: ˧ ˧ Veränderung ohne Transformation. ˧ ˧ Und damit kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zurück. ˧ ˧ Warum bleiben die vielen Alternativen so oft marginal? ˧ ˧ Vielleicht nicht, weil sie niemand will. ˧ ˧ Sondern weil ihnen etwas fehlt, was die bestehende Gesellschaft in ungeheurer Dichte besitzt: ˧ ˧ ein Feld, das ihre Existenz wahrscheinlich macht. ˧ ˧ Regenerative Landwirtschaft braucht andere Absatzwege, anderes Wissen und vielleicht andere Eigentums- und Finanzierungsformen. Regionale Kreisläufe brauchen Betriebe, Logistik, Ausbildung und verlässliche Nachfrage. Neue Formen gemeinschaftlichen Lebens brauchen Räume, Zeit und soziale Fähigkeiten. ˧ ˧ Einzelne Projekte können all das nicht leisten. ˧ ˧ Und deshalb müssen wir aufhören, Transformation ausschließlich als Veränderung des Beharrungsfeldes oder im Beharrungsfeld zu denken. ˧ ˧ Wir müssen fragen: ˧ ˧ Welche Beziehungen, Orte, Institutionen und Fähigkeiten brauchen wir, damit das Neue nicht nur entstehen, sondern sich erhalten, verbinden und ausbreiten kann? ˧ Das ist die Grundfrage unserer heutigen Sendung. ˧
Wenn Lösungen erst im gemeinsamen Handeln entstehen, verändert sich auch unsere Vorstellung von Wissen. ˧ Unsere Gesellschaft verfügt über ungeheure Mengen spezialisierten Wissens. Der Hydrologe weiß anderes als die Landwirtin, der Biologe anderes als der Handwerker oder die Raumplanerin. Und die Menschen, die an einem Ort leben, wissen Dinge, die in keinem wissenschaftlichen Bericht stehen. ˧ Das Problem ist oft nicht der Mangel an Wissen. ˧ Das Wissen ist vorhanden – aber es ist getrennt, wo die Wirklichkeit zusammenhängt. ˧ Ein Flussgebiet kennt keine Ressortgrenzen. Wasserhaushalt, Bodenfruchtbarkeit, Landwirtschaft, Artenvielfalt, Siedlungsentwicklung und wirtschaftliche Nutzung beeinflussen einander ständig. Unser Wissen darüber aber ist auf unterschiedliche Disziplinen, Behörden und Berufe verteilt. ˧ Ein Feld des Wandels muss deshalb getrenntes Wissen wieder am wirklichen Lebenszusammenhang zusammenbringen. ˧ Wissenschaft liefert dann nicht bloß Gutachten für spätere Entscheidungen. Landwirte, Handwerker oder Bewohner sind nicht bloß Betroffene oder Anwender wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ihr Erfahrungswissen wird Teil eines gemeinsamen Lernprozesses, in dem überhaupt erst neue Möglichkeiten sichtbar werden. ˧ Doch wenn wir wirklich entdecken wollen, müssen wir auch akzeptieren, dass wir das Ergebnis noch nicht kennen. ˧ Und genau damit hat unsere heutige Innovationskultur ein kleines Problem. ˧ Wir kennen das aus Förderprogrammen: Man beantragt Geld für Innovation – und muss vorher möglichst exakt beschreiben, was dabei in drei Jahren herauskommen wird. ˧ Man soll also etwas Neues entdecken – aber bitte nur das, was man vorher schon in den Antrag geschrieben hat. ˧ Ein Experiment, dessen Ergebnis vorher feststeht, ist aber kein Experiment. ˧ Wir können eine Richtung kennen, Probleme benennen und Fähigkeiten zusammenbringen. Aber welche Lösung daraus entsteht, zeigt sich erst im Prozess. Manches wird funktionieren, anderes scheitern. Entscheidend ist, dass Erfahrungen nicht verloren gehen, sondern zum Ausgangspunkt des nächsten Versuchs werden. ˧ Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Eigenschaft resilienter Systeme: ˧ Vielfalt, Rückkopplung und Lernfähigkeit. ˧ Und deshalb kann ein Feld des Wandels auch nicht überall dieselben Lösungen hervorbringen. ˧ Regeneration ist ortsbezogen. Sie fragt: ˧ Was kann hier wachsen – mit diesen Menschen, dieser Landschaft, diesen Fähigkeiten, Ressourcen und Erfahrungen? ˧ Das bedeutet keineswegs, dass jeder Ort alles selbst erfinden muss. Im Gegenteil: Orte können voneinander lernen. Aber was anderswo entstanden ist, wird nicht einfach kopiert, sondern an neue Bedingungen angepasst und weiterentwickelt. ˧ Damit verändert sich auch unsere Vorstellung von Skalierung. ˧ Nicht: ˧ Eine Lösung wird immer größer. ˧ Sondern: ˧ Eine Lösung erzeugt weitere Lösungen. ˧ Ausbreitung durch Lernen. ˧ Und vielleicht sollten wir auch die rund zweitausend Organisationen aus der britischen Untersuchung so betrachten: nicht als zweitausend kleine Projekte, die irgendwann groß genug werden müssen, sondern als ˧ Lernorte einer Gesellschaft, die noch nicht weiß, wie ihre nächste Form aussehen wird. ˧ Ihre wichtigste Ressource wären dann nicht nur die einzelnen Projekte, sondern die Erfahrungen, Beziehungen, Methoden und Fähigkeiten, die in ihnen entstehen. ˧ Doch wenn diese Erfahrungen nicht mit jedem Projektende wieder verschwinden sollen, brauchen solche Lernprozesse Orte, Zeit und Kontinuität. ˧ Sie brauchen eine Infrastruktur des Wandels. ˧
Damit stoßen wir auf ein entscheidendes Problem. ˧ Die vielen Initiativen, von denen wir am Anfang gesprochen haben, können ungeheuer erfinderisch sein. Aber häufig leben sie unter Bedingungen, die genau das Gegenteil jener Stabilität besitzen, die das Beharrungsfeld auszeichnet. ˧ Ein Projekt beginnt. Menschen finden zusammen, erwerben Wissen, bauen Vertrauen auf, entwickeln neue Fähigkeiten. ˧ Zwei oder drei Jahre später endet die Förderung. ˧ Der Abschlussbericht wird geschrieben – und ein beträchtlicher Teil dessen, was entstanden ist, droht wieder zu verschwinden. ˧ Genau an diesem Punkt setzt eine neuere britische Untersuchung an, die Paideia Inquiry. Sie fragt nicht mehr nur: Welche Alternativen gibt es? Sondern: Welche Institutionen könnten eine regenerative Transformation über längere Zeit tragen? ˧ Dafür verwendet sie einen schönen Begriff: eine „Infrastruktur des Haltens“. ˧ Also: Orte, die bleiben. Menschen, die Erfahrungen weitergeben. Netzwerke, in denen Wissen zirkuliert. Finanzierungsformen, die nicht nur einzelne Projekte, sondern langfristige Lernprozesse ermöglichen. ˧ Denn Neues braucht nicht nur Freiheit zum Experimentieren. ˧ Es braucht ein Gedächtnis. ˧ Ein interessantes historisches Vorbild dafür sieht die Paideia Inquiry in den nordischen Volkshochschulen, den Folk High Schools. ˧ Der Name führt ein wenig in die Irre. Sie unterscheiden sich deutlich von unseren Volkshochschulen. Vor allem in Dänemark sind sie traditionell Lebens- und Lerngemeinschaften auf Zeit. Menschen verbringen dort oft mehrere Monate, leben und lernen miteinander – ohne Prüfungen, Noten oder einen starren Lehrplan. ˧ Es geht also nicht bloß darum, Kurse anzubieten. Diese Schulen schaffen einen sozialen Raum, in dem Menschen gemeinsam lernen, diskutieren, Fähigkeiten entwickeln und sich mit der Frage beschäftigen können, wie sie leben und Gesellschaft gestalten wollen. ˧ Und vor allem: Diese Orte bleiben bestehen. Sie haben Gebäude, Lehrende, Finanzierung, Erfahrungen und Netzwerke. ˧ Das Lernen ist zeitlich offen – aber der Ort, der es ermöglicht, besitzt Kontinuität. ˧ Genau das könnte mit einer „Infrastruktur des Haltens“ gemeint sein: ˧ Das Feld braucht einen Boden, auf dem es wachsen kann. ˧ Und genau das fehlt heute vielen Initiativen. ˧ Wir brauchen nicht nur Orte, an denen Menschen einander finden, sondern auch Formen materieller Absicherung, durch die Menschen dauerhaft am Neuen arbeiten können. ˧ Denn ein Feld des Wandels, das von Ehrenamt, Selbstausbeutung und dem Schreiben immer neuer Förderanträge lebt, wird schwerlich die gesellschaftliche Infrastruktur hervorbringen, die es einmal mit dem Beharrungsfeld aufnehmen lässt. ˧ Vielleicht lautet deshalb eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit: ˧ Nicht nur Projekte des Wandels zu fördern – sondern die Infrastruktur aufzubauen, durch die der Wandel sich selbst tragen kann. ˧ Und damit stellt sich eine letzte Frage: ˧ 'Wo könnte eine solche Infrastruktur eigentlich entstehen? ˧
Damit sind wir wieder bei der Frage angelangt, mit der diese Sendung begonnen hat: ˧ Wie kommen wir dort hin? ˧ Wie gelangen wir von einer Wirtschafts- und Lebensweise, die ihre eigenen natürlichen Voraussetzungen beschädigt, zu einer Gesellschaft, die ihre Lebensgrundlagen regeneriert? ˧ Vielleicht war die Frage falsch gestellt. ˧ Denn sie klingt so, als gäbe es hier die alte Welt – und irgendwo dort die neue. ˧ Aber vielleicht entsteht die neue Welt längst innerhalb der alten. ˧ Auf Bauernhöfen und in Werkstätten, in Genossenschaften und Unternehmen, in Schulen und Lernorten, in Dörfern, Stadtteilen und Regionen. Überall dort, wo Menschen beginnen, ihren gemeinsamen Lebenszusammenhang selbst zum Gegenstand ihres Handelns zu machen. ˧ Das Problem ist nicht, dass diese Keime fehlen. ˧ Das Problem ist, dass sie noch kein starkes gemeinsames Feld bilden. ˧ Und vielleicht verstehen wir jetzt besser, warum die Bioregion dafür ein besonders interessanter Raum sein könnte. ˧ Nicht als neue Verwaltungsgrenze. Nicht als Naturschutzgebiet mit etwas Wirtschaft und Tourismus rundherum. Und schon gar nicht als eine weitere politische Institution, die für alle Beteiligten entscheidet, was gut für die Natur ist. ˧ Sondern als realer Lebenszusammenhang, der wieder sichtbar und gestaltbar wird. ˧ Ein Flussgebiet mit seinen Böden und Wäldern, seiner Landwirtschaft und seinen Siedlungen, seiner Energie und Nahrung, seinen Betrieben und Schulen – und den Menschen, die darin leben. ˧ Hier werden Zusammenhänge wieder konkret, die unsere hoch spezialisierte Gesellschaft auseinandergerissen hat: ˧ Wo kommt unser Essen her? Was geschieht mit unserem Wasser? Was können wir selbst herstellen und reparieren? Welche Fähigkeiten brauchen wir? Und wie können Landwirtschaft, Naturschutz, Handwerk, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung einander stärken? ˧ Die Bioregion wäre dann nicht die Antwort. ˧ Sie wäre der Raum, in dem wir gemeinsam Antworten entdecken können. ˧ Und damit verändert sich vielleicht auch unsere Vorstellung von gesellschaftlicher Macht. ˧ Wir denken bei Macht meist an Regierungen, Parlamente, Konzerne und große Institutionen. Aber es gibt noch eine andere Form von Macht: ˧ die Macht, neue Wirklichkeit hervorzubringen. ˧ Einen Lernort zu schaffen. Eine Werkstatt aufzubauen. Regionale Kreisläufe zu schließen. Eine Schule mit ihrer Landschaft zu verbinden. Wissen aus aller Welt an einem konkreten Ort verfügbar zu machen. Menschen zusammenzubringen, die vorher nichts miteinander zu tun hatten. ˧ Für sich genommen mag all das klein erscheinen. ˧ Aber wenn solche Aktivitäten sich verbinden, geschieht etwas Entscheidendes: ˧ Aus Projekten werden Beziehungen. Aus Beziehungen entstehen Strukturen. Und aus Strukturen entstehen neue Möglichkeiten. ˧ Was gestern noch unrealistisch erschien, kann dadurch morgen zur naheliegenden Möglichkeit werden. ˧ Vielleicht beginnt ein Feld genau dort, gesellschaftliche Macht zu entwickeln: ˧ nicht indem es das Beharrungsfeld frontal besiegt, sondern indem es eine andere Wirklichkeit wahrscheinlicher macht. ˧ Das bedeutet nicht, dass politische Konflikte verschwinden oder gesellschaftliche Machtverhältnisse bedeutungslos werden. Aber Transformation kann sich nicht darin erschöpfen, gegen das Alte zu kämpfen oder Forderungen an das Alte zu richten. ˧ Wir müssen lernen, das Neue tragfähig zu machen. ˧ Und vielleicht ist das die eigentliche Bedeutung eines Feldes des Wandels: ˧ ein gesellschaftlicher Raum, in dem das, was heute noch Ausnahme ist, lernen kann, morgen selbstverständlich zu werden. ˧ Dann beginnt Transformation nicht mit der großen Entscheidung über unsere Zukunft. ˧ Sondern mit unserer wachsenden Fähigkeit, sie gemeinsam zu entdecken – und aufzubauen ˧
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HoliznaCC0 Transformations 4 Album Transformations ˧
HoliznaCC0 Canon Event Album Public Domain Lo-Fi ˧
HoliznaCC0 Bubbles Album Public Domain Lo-Fi ˧
Koi-discovery Turn around Album Omega ˧
˧ nachzutragen (Auch CC0 vom FMA) ˧
Ondrosik
˧ ungebraucht ˧
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Dritter Teil:
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