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70 Die Wirtschaft der Biosphäre
– Wenn Gemeinschaft das Leben trägt    

/Vorüberlegungen ˧

Inhaltsverzeichnis dieser Seite
70 Die Wirtschaft der Biosphäre – Wenn Gemeinschaft das Leben trägt   
Das Missverständnis vom Biosphärenpark   
Drei Zonen – und eine vergessene Aufgabe   
Nachhaltigkeit reicht nicht mehr   
Das Dilemma des Marktes   
Nicht das Produkt, sondern die Tätigkeit finanzieren   
Warum eigentlich nur Landwirtschaft?   
Von der Wertschöpfung zur Werterhaltung   
Die Bedürfnisse der Natur   
Der Mensch als Störung – oder als Gärtner?   
Die Biosphäre als Mitmachraum   
CSX als wirtschaftliche Logik des Globalen Dorfes   
Keine Idylle, sondern eine anspruchsvolle Praxis   
Vom Schutzgebiet zum Zukunftsgebiet   
Schluss   
Musikauswahl   
˧

Liebe Hörerinnen und Hörer, hier ist wieder einmal Franz Nahrada aus Bad Radkersburg, und ich begrüße Euch zu einer neuen, nämlich der 70. Ausgabe von „Willkommen im Globalen Dorf“. ˧

Die heutige Sendung knüpft unmittelbar an unsere letzte an. Sie trug den Titel: „Vom Zeitalter der Imperien zum Zeitalter der Gemeinschaften.“ Und offensichtlich hat sie einen Nerv getroffen. Ich habe noch nie so viele positive Reaktionen bekommen auf eine Sendung wie auf diese. ˧

Wir haben darin versucht, eine Gegenwart zu verstehen, in der sich die Krisen nicht mehr sauber voneinander trennen lassen. Wirtschaftskrise, Klimakrise, Ressourcenkrise, geopolitische Konflikte, soziale Spaltung und der Verlust demokratischer Handlungsfähigkeit greifen ineinander. Ich habe dafür den Begriff einer 'polydynamischen Krise' vorgeschlagen: verschiedene Krisendynamiken, die sich gegenseitig verstärken und gemeinsam eine neue Qualität hervorbringen. ˧ ˧

Und wir sind am Ende zu einer einfachen Konsequenz gelangt: ˧ ˧

Wenn die Krise systemisch ist, müssen auch unsere Antworten systemisch werden. Wenn die Krise polydynamisch ist, muss auch Resilienz polydynamisch sein ! ˧

Wir können dann nicht länger jedes Problem in ein eigenes Ressort abschieben. Die Landwirtschaft zum Landwirtschaftsministerium. Die Klimakrise zum Umweltministerium. Die soziale Krise zum Sozialministerium. Die Bildung zur Bildungsverwaltung. Und die schwindende Sicherheit zur Armee. ˧

Denn in der Wirklichkeit hängt all das miteinander zusammen. ˧

Die Art, wie wir Landwirtschaft betreiben, entscheidet über Böden, Wasser, Artenvielfalt, Gesundheit, regionale Arbeitsplätze, Transportwege und Ernährungssicherheit. ˧

Die Art, wie wir Energie erzeugen, entscheidet nicht nur über das Klima, sondern auch über politische Abhängigkeiten und darüber, wie viel Geld eine Region jedes Jahr verlässt. ˧

Die Art, wie wir bauen und wohnen, beeinflusst Flächenverbrauch, Mobilität, Einsamkeit, Nachbarschaft und den Bedarf an Pflege. ˧

Und die Art, wie wir lernen, entscheidet darüber, ob wir diesen Zusammenhang überhaupt noch wahrnehmen und gemeinsam gestalten können. ˧

Heute möchte ich diese Überlegung an einem Begriff konkretisieren, der leicht missverstanden wird. ˧

An der Biosphäre. ˧

Und noch konkreter: am Biosphärenpark. ˧ ˧

Denn im August findet in Gornja Radgona wieder die internationale Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse AGRA statt. Dort werden wir über den Menschen in der Biosphäre sprechen. Über seine Rolle, seine Bedürfnisse und über die Frage, ob Naturschutz und ein gutes menschliches Leben tatsächlich Gegensätze sein müssen. Die AGRA 2026 findet vom 22. bis 26. August in Gornja Radgona statt. ˧

In der Tat ist diese Radiosendung also nicht nur die Fortsetzung der letzten. Sie ist zugleich eine gedankliche Vorbereitung auf diesen Vortrag. ˧

Das Missverständnis vom Biosphärenpark    

Wenn Menschen das Wort Biosphärenpark hören, denken viele zunächst an ein besonders großes Naturschutzgebiet. ˧

An seltene Tiere. An geschützte Wälder. An Tafeln, auf denen steht, was man nicht tun darf. ˧

Nicht pflücken! ˧
Nicht betreten! ˧
Nicht bauen! ˧
Nicht stören! ˧

Und natürlich ist Schutz unverzichtbar. ˧

Es gibt Lebensräume, in denen menschliche Eingriffe zurückgenommen werden müssen. Es gibt Arten, die nur überleben können, wenn wir ihnen Raum lassen. Es gibt ökologische Prozesse, die wir nicht planen, beschleunigen oder industriell optimieren sollten. ˧

Aber ein Biosphärenpark ist, jedenfalls seinem ursprünglichen Anspruch nach, mehr als ein Schutzgebiet. Viel mehr sogar. ˧

(Music) ˧

UNESCO beschreibt Biosphärenreservate ausdrücklich als Lernorte für nachhaltige Entwicklung: als Gebiete, in denen neue Wege des gesellschaftlichen und ökologischen Wandels erprobt werden sollen. ˧

Das ist ein viel größerer Anspruch. ˧

Denn damit wird der Biosphärenpark zu einer Frage an uns Menschen. ˧

Gerade nicht: ˧

Wie halten wir den Menschen aus der Natur heraus? ˧

Sondern vielmehr: ˧

Wie kann der Mensch so in und mit der Natur leben, dass seine Anwesenheit nicht zwangsläufig Zerstörung bedeutet? Vielmehr dass der Mensch zu einem Faktor in dem Kreisläufen der Natur wird? ˧

Daraus leiten sich fragen ab wie: ˧

  • Kann menschliche Tätigkeit vielleicht sogar regenerativ werden? ˧
  • Kann Landwirtschaft Böden aufbauen, Wasser speichern und Artenvielfalt erhöhen? ˧
  • Kann eine Siedlung weniger Energie und Fläche verbrauchen und gleichzeitig mehr Lebensqualität bieten? ˧ ˧
  • Kann wirtschaftliche Tätigkeit regionale Kreisläufe stärken, anstatt Landschaften, Menschen und Rohstoffe auszubeuten? ˧ ˧
  • Kann Bildung Menschen wieder dazu befähigen, ihren Lebensraum zu verstehen und Verantwortung für ihn zu übernehmen? ˧ ˧
Das sind keine Randfragen eines Naturschutzprojekts. ˧ ˧

Das sind Grundfragen einer Zivilisation. ˧ ˧

Drei Zonen – und eine vergessene Aufgabe    

Das Konzept der Biosphärenparks arbeitet mit drei Zonen. ˧ ˧

Da ist zunächst die Kernzone. ˧ ˧

Hier hat die Natur Vorrang. Ökosysteme sollen sich möglichst unbeeinflusst entwickeln können. Nicht weil der Mensch bedeutungslos wäre, sondern weil wir anerkennen, dass nicht jeder Quadratmeter der Erde unseren unmittelbaren Zwecken dienen muss. ˧ ˧

Dann gibt es die Pflege- oder Pufferzone. ˧ ˧

Sie umgibt oder ergänzt die Kernbereiche. Hier sind Tätigkeiten möglich, die mit ökologisch verantwortlicher Praxis vereinbar sind: Forschung, Bildung, naturverträgliche Nutzung und Formen der Landschaftspflege. ˧ ˧

Und schließlich gibt es die Entwicklungs- oder Übergangszone. ˧ ˧

Hier leben und arbeiten Menschen. Hier befinden sich Dörfer, Städte, Betriebe, landwirtschaftliche Flächen und Verkehrswege. Hier soll nachhaltige Entwicklung nicht nur besprochen, sondern praktisch erprobt werden. Die UNESCO-Richtlinien ordnen gerade dieser Übergangszone die Aufgabe zu, nachhaltige Entwicklung zu fördern. ˧ ˧

Und genau diese dritte Zone scheint mir häufig die am wenigsten verstandene zu sein. ˧ ˧

Die Kernzone ist vergleichsweise einfach zu erklären: Dort schützen wir die Natur vor menschlicher Nutzung. ˧ ˧

Aber was tun wir in der Entwicklungszone? ˧ ˧

Oft bleibt es bei sanftem Tourismus, regionalen Produkten, einigen Bildungsangeboten und einem Biosphärenparklogo auf Honiggläsern oder Kürbiskernölflaschen. ˧ ˧

Das ist nicht falsch. ˧ ˧

Aber es ist zu wenig. ˧ ˧

Denn wenn ein Biosphärenpark wirklich ein Modellgebiet für eine nachhaltige Zukunft sein soll, dann müsste gerade die Entwicklungszone zu einem Labor für eine andere Wirtschafts- und Lebensweise werden. ˧ ˧

Dort müsste die eigentliche gesellschaftliche Innovation stattfinden. ˧ ˧

Nicht Natur hier und Wirtschaft dort. ˧ ˧

Nicht Schutzgebiet hier und gewöhnlicher Weltmarkt dort. ˧ ˧

Sondern die Frage: ˧ ˧

Wie kann eine regionale Ökonomie aussehen, die ihre eigenen natürlichen Grundlagen nicht aufzehrt, sondern erneuert? ˧ ˧

Nachhaltigkeit reicht nicht mehr    

Lange Zeit haben wir von Nachhaltigkeit gesprochen. ˧ ˧

Wir wollten weniger Ressourcen verbrauchen. Weniger Abfall produzieren. Weniger CO₂ ausstoßen. Weniger Schaden anrichten. ˧ ˧

Das war notwendig. ˧ ˧

Aber angesichts zerstörter Böden, ausgeräumter Landschaften, sinkender Artenvielfalt und eines destabilisierten Klimas reicht es nicht mehr, den Schaden nur langsamer zu vergrößern. ˧ ˧

Wir müssen beginnen, bereits geschädigte Lebensgrundlagen wiederherzustellen. ˧ ˧

Darum gewinnt der Begriff der Regeneration an Bedeutung. ˧ ˧

Regeneration heißt nicht einfach, dass ein Betrieb „grüner“ wird. ˧ ˧

Es heißt, dass seine Tätigkeit dazu beiträgt, die Systeme zu erneuern, von denen er abhängt. ˧ ˧

Ein regenerativer landwirtschaftlicher Betrieb produziert nicht nur Lebensmittel. Er baut Humus auf, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens, schafft Lebensräume und pflegt eine Kulturlandschaft. ˧ ˧

Eine regenerative Energieversorgung liefert nicht nur Strom. Sie stärkt regionale Selbstbestimmung, hält Wertschöpfung in der Region und macht die Folgen des Verbrauchs sichtbar. ˧ ˧

Ein regenerativer Bildungsort vermittelt nicht nur Qualifikationen für den Arbeitsmarkt. Er erweitert die Fähigkeit einer Gemeinschaft, ihre Probleme selbst zu verstehen und zu lösen. ˧ ˧

Und eine regenerative Wirtschaft produziert nicht einfach immer mehr Waren. ˧ ˧

Sie fragt zuerst: ˧ ˧

Welche Tätigkeiten brauchen wir, damit Menschen und Landschaften langfristig gedeihen können? ˧ ˧

Das klingt zunächst selbstverständlich. ˧ ˧

Aber es steht im Widerspruch zur normalen Logik des Marktes. ˧ ˧

Das Dilemma des Marktes    

Der Markt stellt eine andere Frage. ˧ ˧

Nicht: Was braucht das Leben? ˧ ˧

Sondern: Was lässt sich verkaufen? ˧ ˧

Ein Landwirt kann eine noch so wertvolle Arbeit für Bodenfruchtbarkeit, Landschaftspflege, Artenvielfalt und Ernährungssicherheit leisten. Bezahlt wird er normalerweise für die einzelne Ware, die er verkauft. ˧ ˧

Für einen Liter Milch. ˧ ˧

Für ein Kilogramm Getreide. ˧ ˧

Für einen Salatkopf. ˧ ˧

Und auf diesem Markt steht er in Konkurrenz zu Produzenten aus aller Welt, die unter völlig anderen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen arbeiten. ˧ ˧

Die Folge ist ein permanenter Druck. ˧ ˧

Größer werden. ˧ ˧

Mehr produzieren. ˧ ˧

Kosten senken. ˧ ˧

Arbeitszeit einsparen. ˧ ˧

Natur in standardisierte Produktionsfaktoren verwandeln. ˧ ˧

Wer diesen Weg nicht mitgeht, gilt schnell als ineffizient. ˧ ˧

Obwohl vielleicht gerade dieser angeblich ineffiziente Betrieb jene Leistungen erbringt, ohne die eine Region langfristig nicht lebensfähig bleibt. ˧ ˧

Der Markt sieht den Preis des Produkts. ˧ ˧

Aber er sieht nur unvollständig den Wert der Beziehung. ˧ ˧

Die Beziehung zwischen dem Bauern und dem Boden. ˧ ˧

Zwischen einer Werkstatt und den Menschen, deren Geräte sie repariert. ˧ ˧

Zwischen einem Pflegedienst und den Familien, die auf ihn angewiesen sind. ˧ ˧

Zwischen einem Bildungsort und der Lernfähigkeit einer ganzen Region. ˧ ˧

Und hier beginnt die Suche nach einer anderen ökonomischen Form. ˧ ˧

Nicht das Produkt, sondern die Tätigkeit finanzieren    

In der letzten Sendung habe ich am Ende von der solidarischen Landwirtschaft gesprochen, international Community Supported Agriculture oder CSA genannt. ˧

Das Prinzip ist einfach und zugleich radikal: ˧

  • Eine Gruppe von Menschen kauft nicht bloß Gemüse von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Sie trägt gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass dieser Betrieb arbeiten kann. ˧
Am Anfang steht deshalb nicht die Frage: Was kostet ein Kilogramm Tomaten? Kann es überhaupt gewinnbringend verkauft werden? ˧

Sondern da geht es um Fragen wie: ˧

  • Was kostet es, diesen Hof ein Jahr lang zu betreiben? ˧
  • Was brauchen die Menschen, die dort arbeiten, um davon leben zu können? ˧
  • Was braucht der Boden? ˧
  • Welche Maschinen, welches Saatgut und welche Infrastruktur sind notwendig? ˧
  • Welche Risiken bestehen? ˧
  • Und was können die Mitglieder der Gemeinschaft beitragen? ˧
Die Gemeinschaft finanziert also nicht in erster Linie einzelne Produkte. Sie ermöglicht überhaupt, dass sicher und nachhaltig produziert werden kann. Das Prinzip ist in unserer Wirtschaft durchaus bekannt und nennt sich Subskription. Wenn genügend Menschen vorbestellen, wird z.B. ein Buch gedruckt. Ähnlich wie beim Crowdfundeing ˧

Aber hier wird es ernster. Die Gemeinschaft teilt das Ergebnis ebenso wie das Risiko: ˧

Bei einer guten Ernte gibt es mehr. Bei einer schlechten weniger. Die Beziehungen verändern sich. Produzenten und Konsumenten werden nicht vollständig eins, aber sie stehen einander nicht mehr anonym als Verkäufer und Käufer gegenüber. ˧

Sie werden Mitverantwortliche für einen gemeinsamen Versorgungsprozess. ˧

Und das ist eigentlich das Revolutionäre: Auch ökologisch gemeinte Finanzierungen von "grünen Projekten" bleiben extraktiv, solange Investorenrendite, privates Eigentum, Wachstum und Kontrolle von außen die Grundlogik bestimmen. ˧

Finanzierung muss vielmehr Beziehungen, lokale Verfügungsmacht, Commons und die Regeneration eines konkreten Ortes stärken. Geld folgt nicht der höchsten Rendite, sondern einer gemeinsam definierten Aufgabe in einem bestimmten Lebensraum. Eine regenerative Wirtschaft braucht nicht nur andere Produkte. Sie braucht andere Beziehungen zwischen Geld, Menschen und Landschaft. ˧

Landwirtschaft beruht auf Beziehungen zum Boden, zu den Mitarbeitenden, zur Nachbarschaft, zu Kreditgebern und Unterstützern. Kapital kann dann, sinngemäß, „mit der Geschwindigkeit des Vertrauens“ fließen und sich an ökologischen Zeitrhythmen statt an kurzfristiger Rendite orientieren. ˧

Wir sprechen meistens davon, dass eine Gemeinschaft Geld für einen Betrieb bereitstellt. Aber vielleicht ist das Geld gar nicht das Entscheidende. Das Entscheidende ist die tragfähige Beziehung, die es überhaupt erst möglich macht, Geld anders einzusetzen. Nicht der Finanzierungsvertrag schafft die Gemeinschaft. Die Gemeinschaft verändert den Sinn der Finanzierung. ˧

Warum eigentlich nur Landwirtschaft?    

Und damit kommen wir zur entscheidenden Frage. ˧ ˧

Warum eigentlich nur Landwirtschaft? ˧ ˧

Was geschieht, wenn wir dieses Prinzip auf andere Tätigkeiten übertragen? ˧ ˧

Eine gemeinschaftsgetragene Bäckerei verkauft dann nicht nur einzelne Brote. Eine Gruppe von Menschen trägt gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass gutes Brot aus regionalem Getreide verlässlich hergestellt werden kann. ˧ ˧

Eine gemeinschaftsgetragene Werkstatt lebt nicht davon, dass möglichst viele Dinge kaputtgehen. Ihre Mitglieder finanzieren die Fähigkeit, Dinge möglichst lange nutzbar zu halten. ˧ ˧

Ein gemeinschaftsgetragenes Mobilitätssystem verkauft nicht möglichst viele Fahrten. Es organisiert die notwendige Beweglichkeit einer Gemeinschaft mit möglichst wenig Fahrzeugen, Energie und Flächenverbrauch. ˧ ˧

Ein gemeinschaftsgetragener Bildungsort verkauft nicht einzelne Seminare. Er sichert dauerhaft die Möglichkeit, Wissen zu teilen, Fähigkeiten aufzubauen und auf neue Herausforderungen zu reagieren. ˧ ˧

Eine gemeinschaftsgetragene Pflegeeinrichtung wäre nicht gezwungen, Fürsorge in immer kleinere verrechenbare Zeiteinheiten zu zerlegen. Die Gemeinschaft würde gemeinsam jene Strukturen tragen, die sie im Alter, bei Krankheit oder in schwierigen Lebenssituationen selbst benötigen wird. ˧ ˧

Das ist Community Supported Everything. ˧ ˧

Nicht als Vorstellung, dass eine einzige Gemeinschaft wirklich alles selbst herstellen soll. ˧ ˧

Nicht als lokale Autarkie. ˧ ˧

Und schon gar nicht als Abschottung. ˧ ˧

Sondern als ein Netz gemeinschaftsgetragener Tätigkeiten, das lokale Handlungsfähigkeit mit überregionaler Kooperation verbindet. ˧ ˧

In der Praxis gibt es solche Ansätze bereits in unterschiedlichen Feldern – unter anderem bei Reparatur, Medien, Coworking und weiteren Dienstleistungen. Das CSX-Netzwerk versteht sich dabei nicht als abgeschlossenes Modell, sondern als Lernzusammenhang entstehender gemeinschaftsgetragener Unternehmen. ˧ ˧

Von der Wertschöpfung zur Werterhaltung    

Hier berühren wir einen tieferen Punkt. ˧ ˧

Unsere Wirtschaft spricht ständig von Wertschöpfung. ˧ ˧

Das Wort klingt, als würde Wert aus dem Nichts geschaffen. ˧ ˧

In Wirklichkeit beruht jede wirtschaftliche Tätigkeit auf Voraussetzungen, die sie nicht selbst erzeugt hat. ˧ ˧

Auf fruchtbaren Böden. ˧ ˧

Auf Wasser. ˧ ˧

Auf einem stabilen Klima. ˧ ˧

Auf Wissen, das Generationen weitergegeben haben. ˧ ˧

Auf familiärer Sorgearbeit. ˧ ˧

Auf Vertrauen. ˧ ˧

Auf öffentlicher Infrastruktur. ˧ ˧

Auf der Bereitschaft von Menschen, miteinander zu kooperieren. ˧ ˧

Lebendiger Wert entsteht in Beziehungen und Regenerationsprozessen, nicht erst dort, wo etwas einen Marktpreis erhält. Viele dieser Voraussetzungen werden von der normalen Ökonomie wie kostenlose Rohstoffe behandelt. ˧ ˧

Man greift auf sie zu, verwertet sie und bemerkt oft erst dann ihren Wert, wenn sie zu verschwinden beginnen. ˧ ˧

Vielleicht müsste eine Wirtschaft der Biosphäre deshalb nicht nur von Wertschöpfung sprechen. ˧ ˧

Sondern mindestens ebenso sehr von Werterhaltung, Wertpflege und Wertregeneration. ˧ ˧

Nicht nur: ˧ ˧

Was können wir aus dieser Landschaft herausholen? ˧ ˧

Sondern: ˧ ˧

Was müssen wir in sie zurückgeben, damit sie auch in Zukunft leben und uns tragen kann? ˧ ˧

Und nicht nur: ˧ ˧

Wie viele Produkte kann ein Mensch in einer Stunde herstellen? ˧ ˧

Sondern: ˧ ˧

Welche Beziehungen, Fähigkeiten und Lebensgrundlagen entstehen durch seine Tätigkeit – oder werden durch sie zerstört? ˧

Vielleicht besteht die historische Aufgabe unserer Epoche nicht darin, den schwindenden Arbeitswert durch immer neue Finanzansprüche zu ersetzen die immer destruktivere "insustrielle" Prozesse in Gang setzen. Vielleicht müssen wir lernen, jene lebendigen Werte gesellschaftlich anzuerkennen und zu tragen, die das Wertsystem bisher entweder kostenlos verbraucht oder gar nicht wahrgenommen hat. ˧

Dann aber wären Bioregionen und Biosphärenparks nicht nur ökologisch definierter Räume. Vielmehr wären sie Beziehungs-, Lern- und Versorgungsräume, in dem Geldflüsse wieder an die Regeneration eines konkreten Ortes gebunden werden können. ˧

Die Bedürfnisse der Natur    

In unserem geplanten Vortrag auf der AGRA wollen wir von den Bedürfnissen der Natur sprechen. ˧ ˧

Das klingt vielleicht zunächst seltsam. ˧ ˧

Hat ein Fluss Bedürfnisse? ˧ ˧

Hat ein Boden Bedürfnisse? ˧ ˧

Hat ein Wald Bedürfnisse? ˧ ˧

Natürlich nicht im selben Sinn wie ein Mensch. ˧ ˧

Aber lebendige Systeme haben Bedingungen, unter denen sie sich erhalten und erneuern können. ˧ ˧

Ein Fluss braucht Raum, um über die Ufer treten und Auen bilden zu können. ˧ ˧

Ein Boden braucht organisches Material, Bodenleben, Durchwurzelung und Schutz vor Erosion. ˧ ˧

Ein Wald braucht Vielfalt, Zeit und die Möglichkeit natürlicher Erneuerung. ˧ ˧

Bestäuber brauchen Nahrung und miteinander verbundene Lebensräume. ˧ ˧

Wenn wir diese Bedingungen systematisch zerstören, zerstören wir zugleich die Grundlagen unseres eigenen Lebens. ˧ ˧

Die Bedürfnisse der Natur stehen daher nicht einfach neben den Bedürfnissen des Menschen. ˧ ˧

Sie sind in vielen Fällen deren Voraussetzung. ˧ ˧

Der Gegensatz zwischen Mensch und Natur entsteht erst dann, wenn menschliche Bedürfnisbefriedigung auf eine Wirtschaftsweise reduziert wird, die von permanenter Expansion, maximalem Durchsatz und kurzfristiger Rendite abhängt. ˧ ˧

Der Mensch braucht Nahrung. ˧ ˧

Aber er braucht keine Landwirtschaft, die den Boden zerstört. ˧ ˧

Der Mensch braucht Mobilität. ˧ ˧

Aber er braucht nicht für jeden Weg ein eigenes tonnenschweres Fahrzeug. ˧ ˧

Der Mensch braucht Wärme und Energie. ˧ ˧

Aber er braucht keine Energieverschwendung und keine geopolitische Abhängigkeit. ˧ ˧

Der Mensch braucht ein Einkommen und gesellschaftliche Anerkennung. ˧ ˧

Aber er braucht keine Arbeit, deren Ergebnis die Bedingungen des Lebens untergräbt. ˧ ˧

Eine regenerative Wirtschaft müsste deshalb menschliche Bedürfnisse und die Regenerationsbedingungen der Natur neu aufeinander beziehen. ˧ ˧

(Kritik des Konzepts "Rechte der Natur") ˧

Der Mensch als Störung – oder als Gärtner?    

In vielen Naturschutzdebatten erscheint der Mensch fast zwangsläufig als Störung. ˧ ˧

Wo der Mensch eingreift, geht die Natur zurück. ˧ ˧

Für viele Formen industrieller Nutzung ist diese Diagnose zweifellos richtig. ˧ ˧

Aber sie ist nicht die ganze Wahrheit. ˧ ˧

Menschen haben über Jahrhunderte auch Kulturlandschaften geschaffen, deren Vielfalt gerade durch achtsame Nutzung entstand. ˧ ˧

Wiesen wurden gemäht. ˧ ˧

Obstbäume gepflegt. ˧ ˧

Hecken angelegt. ˧ ˧

Wasserläufe erhalten. ˧ ˧

Tiere gehütet. ˧ ˧

Saatgut ausgewählt und weitergegeben. ˧ ˧

Die Alternative lautet also nicht immer: Mensch oder Natur. ˧ ˧

Die entscheidende Frage lautet: ˧ ˧

Welche Art menschlicher Anwesenheit? ˧ ˧

Eine extraktive Anwesenheit, die möglichst viel in möglichst kurzer Zeit entnimmt? ˧ ˧

Oder eine pflegende Anwesenheit, die beobachtet, lernt, erntet und zugleich erneuert? ˧ ˧

Vielleicht könnte man sagen: Der Mensch muss lernen, vom Eroberer zum Gärtner zu werden. ˧ ˧

Wobei auch der Gärtner nicht alles kontrolliert. ˧ ˧

Er schafft Bedingungen. ˧ ˧

Er beobachtet. ˧ ˧

Er greift ein und hält sich zurück. ˧ ˧

Er weiß, dass Wachstum nicht von ihm gemacht wird. ˧ ˧

Aber er kann es fördern oder verhindern. ˧ ˧

Die Biosphäre als Mitmachraum    

Und damit kommen wir zu einer Verbindung, die für unsere eigenen Projekte immer wichtiger wird. ˧ ˧

Was wäre, wenn wir den Biosphärenpark selbst als einen großen Mitmachraum verstehen? ˧ ˧

Nicht als Gebäude. ˧ ˧

Nicht als einzelne Werkstatt. ˧ ˧

Sondern als verteilte Landschaft des Lernens und Handelns. ˧ ˧

Ein Bauernhof kann ein Lernort für Bodenfruchtbarkeit, Saatgut, Ernährung und gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft sein. ˧ ˧

Eine Reparaturwerkstatt kann zeigen, wie regionale Kreisläufe entstehen und wie aus vermeintlichem Abfall wieder ein brauchbares Gut wird. ˧ ˧

Eine Schule kann mit digitalen Werkzeugen Lernpfade durch die Landschaft entwickeln und Wissen über Flüsse, Böden, Wälder und Siedlungen sichtbar machen. ˧ ˧

Ein Gasthaus kann regionale Lebensmittel nicht nur anbieten, sondern zum Treffpunkt einer Versorgungs- und Lerngemeinschaft werden. ˧ ˧

Ein Energieprojekt kann zeigen, wie Menschen gemeinsam investieren, entscheiden und von den Erträgen profitieren. ˧ ˧

Ein leer stehendes Gebäude kann zur Werkstatt, zum Lernraum, zur Rezeption regionaler Möglichkeiten oder zum Ort generationenübergreifender Zusammenarbeit werden. ˧ ˧

Der Biosphärenpark wäre dann nicht nur eine Verwaltungsgrenze und auch nicht bloß eine touristische Marke. ˧ ˧

Er wäre eine gemeinsame Lernlandschaft. Ein bioregionales Lernzentrum ist nicht notwendig ein einzelnes Gebäude. Es ist die Fähigkeit einer Landschaft, über sich selbst zu lernen. ˧

Ein Raum, in dem Natur, Wirtschaft, Bildung und Gemeinschaft nicht länger getrennt geplant werden. ˧ ˧

Der Gedanke lässt sich erweitern zu einem planetaren Netzwerk bioregionaler Lernzentren: Jeder Ort arbeitet mit seiner eigenen ökologischen und kulturellen Geschichte, aber die Orte lernen weltweit voneinander ˧

CSX als wirtschaftliche Logik des Globalen Dorfes    

Vielleicht können wir nun die Bausteine unseres Bildes zusammensetzen. ˧ ˧

Die Biosphäre gibt den ökologischen Rahmen. ˧ ˧

Sie erinnert uns daran, dass jede menschliche Wirtschaft innerhalb lebendiger Systeme stattfindet und deren Grenzen und Regenerationszyklen respektieren muss. ˧ ˧

Die Mitmachräume schaffen eine soziale und materielle Infrastruktur. ˧ ˧

Orte, an denen Menschen lernen, reparieren, produzieren, experimentieren und sich organisieren können. ˧ ˧

Die DorfUni schafft die Verbindung zum globalen Wissen. ˧ ˧

Sie hilft, Erfahrungen zwischen Orten zu teilen und Wissen dorthin zu bringen, wo Menschen konkrete Probleme lösen wollen. ˧ ˧

Und CSX könnte die wirtschaftliche Logik liefern, die solche Tätigkeiten langfristig trägt. ˧ ˧

Nicht von einem kurzfristigen Projekt zum nächsten. ˧ ˧

Nicht nur durch Förderungen, die nach zwei oder drei Jahren enden. ˧ ˧

Nicht allein durch ehrenamtliche Selbstausbeutung. ˧ ˧

Sondern durch Gemeinschaften, die entscheiden: ˧ ˧

Diese Tätigkeit ist für unser Leben wichtig. ˧ ˧

Wir wollen, dass es sie dauerhaft gibt. ˧ ˧

Wir tragen gemeinsam ihre Kosten. ˧ ˧

Wir teilen Verantwortung. ˧ ˧

Und wir gestalten mit. ˧ ˧

Damit würde das Globale Dorf ökonomisch konkreter. ˧ ˧

Es wäre nicht nur eine Vision von lokaler Lebensqualität und globalem Wissensaustausch. ˧ ˧

Es wäre ein Verbund gemeinschaftsgetragener Lebensgrundlagen. ˧ ˧

Lokal handlungsfähig. ˧ ˧

Global lernfähig. ˧ ˧

Ökologisch eingebettet. ˧ ˧

Und mit anderen Orten vernetzt. ˧ ˧

Keine Idylle, sondern eine anspruchsvolle Praxis    

Natürlich wäre das keine einfache Welt. ˧ ˧

Gemeinschaftliches Entscheiden ist anstrengend. ˧ ˧

Es braucht Zeit. ˧ ˧

Es gibt Konflikte. ˧ ˧

Menschen bringen unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten mit. ˧ ˧

Nicht jeder kann gleich viel Geld beitragen. ˧ ˧

Nicht jeder kann gleich viel Zeit investieren. ˧ ˧

Nicht jeder will an jeder Entscheidung beteiligt sein. ˧ ˧

Gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften braucht deshalb Regeln, Transparenz und eine Kultur der Verständigung. ˧ ˧

Es muss verhindern, dass einige wenige die gesamte Arbeit leisten, während andere nur profitieren. ˧ ˧

Es muss offen genug sein, um nicht zum geschlossenen Milieu zu werden. ˧ ˧

Es muss professionell genug sein, um verlässlich zu funktionieren. ˧ ˧

Und es muss zugleich menschlich genug bleiben, um nicht wieder zu einem anonymen Apparat zu werden. ˧ ˧

CSX ist also kein Zauberwort. ˧ ˧

Es ist eine anspruchsvolle soziale Technologie. ˧ ˧

Und gerade deshalb passt es zum Biosphärenpark. ˧ ˧

Denn auch ein Biosphärenpark ist kein fertiges harmonisches Modell. ˧ ˧

Er ist ein Versuch, unterschiedliche Bedürfnisse, Wissensformen und Interessen in einen lernenden Zusammenhang zu bringen. ˧ ˧

Vom Schutzgebiet zum Zukunftsgebiet    

Vielleicht sollten wir deshalb beginnen, Biosphärenparks anders zu erzählen. ˧ ˧

Nicht nur als Schutzgebiete. ˧ ˧

Sondern als Zukunftsgebiete. ˧ ˧

Als Orte, an denen wir lernen, was gutes Leben innerhalb ökologischer Grenzen konkret bedeutet. ˧ ˧

Nicht in einer fernen Modellwelt. ˧ ˧

Sondern in realen Dörfern und Städten. ˧ ˧

Mit realen Betrieben. ˧ ˧

Mit älteren Menschen, Jugendlichen, Zugezogenen und Alteingesessenen. ˧ ˧

Mit Landwirten, Handwerkern, Lehrerinnen, Unternehmern, Künstlerinnen, Pflegenden, Forschern und Gemeindepolitikern. ˧ ˧

Der entscheidende Fortschritt bestünde dabei vielleicht nicht darin, dass eine zentrale Verwaltung den perfekten Plan entwirft. ˧ ˧

Er bestünde darin, dass immer mehr Menschen und Orte lernfähig miteinander verbunden werden. ˧ ˧

Die Kernzone zeigt uns, was geschieht, wenn natürliche Prozesse Raum und Zeit bekommen. ˧ ˧

Die Pufferzone zeigt uns, wie Nutzung und Schutz miteinander vereinbar werden können. ˧ ˧

Und die Entwicklungszone müsste zeigen, wie eine menschliche Gesellschaft aussehen kann, die aus diesen Erfahrungen lernt. ˧ ˧

Dann wären die drei Zonen nicht nur Flächen auf einer Landkarte. ˧ ˧

Sie wären drei Dimensionen einer gemeinsamen Kultur. ˧ ˧

Respektieren. ˧ ˧

Pflegen. ˧ ˧

Entwickeln. ˧ ˧

Schluss    

Liebe Hörerinnen und Hörer, ˧ ˧

in der letzten Sendung haben wir vom möglichen Ende des Zeitalters der Imperien gesprochen. ˧ ˧

Wir haben gesehen, dass kein neuer Welthegemon einfach an die Stelle des alten treten und die Verhältnisse wieder in Ordnung bringen kann. ˧ ˧

Heute haben wir versucht, die Konsequenz daraus ein wenig konkreter zu machen. ˧ ˧

Wenn Ordnung nicht mehr verlässlich von oben hergestellt werden kann, muss Handlungsfähigkeit von unten wachsen. ˧ ˧

Aber sie wächst nicht durch moralische Appelle allein. ˧ ˧

Sie braucht Orte. ˧ ˧

Sie braucht Wissen. ˧ ˧

Sie braucht Beziehungen. ˧ ˧

Und sie braucht wirtschaftliche Formen, die notwendige Tätigkeiten dauerhaft ermöglichen. ˧ ˧

Vielleicht liegt gerade darin die Bedeutung von Community Supported Everything. ˧ ˧

CSX ersetzt nicht den Staat. ˧ ˧

Es ersetzt nicht jeden Markt. ˧ ˧

Und es macht eine Region nicht autark. ˧ ˧

Aber es verändert die Frage, mit der Wirtschaft beginnt. ˧ ˧

Nicht mehr nur: ˧ ˧

Was können wir verkaufen? ˧ ˧

Sondern: ˧ ˧

Was wollen und müssen wir gemeinsam tragen? ˧ ˧

Welche Landwirtschaft brauchen wir? ˧ ˧

Welche Energieversorgung? ˧ ˧

Welche Formen der Mobilität? ˧ ˧

Welche Pflege? ˧ ˧

Welche Bildung? ˧ ˧

Welche Orte der Begegnung und Zusammenarbeit? ˧ ˧

Und was können wir beitragen, damit diese Tätigkeiten dauerhaft bestehen? ˧ ˧

Vielleicht ist eine Biosphäre genau der richtige Raum, um diese Frage zu stellen. ˧ ˧

Denn hier wird sichtbar, dass kein Lebensbereich für sich allein existiert. ˧ ˧

Der Fluss hängt mit dem Wald zusammen. ˧ ˧

Der Wald mit dem Klima. ˧ ˧

Der Boden mit der Landwirtschaft. ˧ ˧

Die Landwirtschaft mit unserer Ernährung. ˧ ˧

Die Ernährung mit unserer Gesundheit. ˧ ˧

Und all das mit der Art, wie wir wirtschaften und Gemeinschaft organisieren. ˧ ˧

Die Wirtschaft der Biosphäre wäre deshalb keine besondere Nischenwirtschaft für besonders umweltbewusste Menschen. ˧ ˧

Sie wäre der Versuch, Wirtschaft wieder als Teil des Lebens zu verstehen. ˧ ˧

Nicht über der Natur. ˧ ˧

Nicht gegen die Natur. ˧ ˧

Sondern innerhalb der Biosphäre. ˧ ˧

Und vielleicht beginnt Regeneration genau dort, wo Menschen erkennen, dass sie nicht nur Konsumenten einer Welt sind, die andere für sie bereitstellen. ˧ ˧

Sie sind Mitbewohner. ˧ ˧

Mitgestalter. ˧ ˧

Und Mitverantwortliche. ˧ ˧

Die Biosphäre ist kein Museum, in dem wir die letzten Reste einer unberührten Natur aufbewahren. ˧ ˧

Sie ist unser gemeinsamer Lebensraum. ˧ ˧

Und vielleicht wird sie tatsächlich zu einem Labor für das Zeitalter der Gemeinschaften. ˧

Musikauswahl    

Biosphere by Geoff Harvey - Purple Planet Music https://freemusicarchive.org/music/geoff-harvey-purple-planet-music/biosphere/biosphere-1/ CC by


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Daybreak by Geoff Harvey - Purple Planet Music
https://freemusicarchive.org/music/geoff-harvey-purple-planet-music/biosphere/daybreak-


Heavenly Raindrops by Geoff Harvey - Purple Planet Music
https://freemusicarchive.org/music/geoff-harvey-purple-planet-music/biosphere/heavenly-raindrops/ ˧